Der große Organisator des Wiederaufbaues
Am 21. Februar 1984 jährt sich die Geburt Gustav Oelerts, eines Großen unseres Verbandes, zum hundertsten Mal. Das Wiedererstehen des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten nach dem Zweiten Weltkrieg ist aufs engste mit seinem Namen verbunden.
Als Sohn des Kasseler Stadtbaumeisters kam Gustav Oelert schon früh mit der Technik in Berührung. So studierte er nach dem Abitur in Stuttgart und Hannover Bauingenieurwesen, danach aber in Halle und Straßburg noch Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft. Dieses Zweitstudium schloß er mit der Promotion zum juristischen Doktor ab. 1905 wurde Gustav Oelert im VDSt Hannover l aktiv.
Nach dem Ersten Weltkrieg trat er in die Dienste des Deutschen Stahlbauverbandes in Berlin. Er wurde Direktor dieses großen Wirtschaftsverbandes. In einer Zeit des technischen Wandels und Fortschritts war er an Versuchen zur Verbesserung von Produktionsverfahren beteiligt. Auch trug er zum Ausbau technischer Lehranstalten bei. Für diese Verdienste und für seine vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen ehrten die Technischen Hochschulen in Hannover und Berlin Gustav Oelert mit der Ernennung zum Ehrensenator. Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs ging er mit Tatkraft daran, seinen Verband neu zu organisieren. Gleichzeitig wurde er Geschäftsführer der Wirtschaftsgruppe Eisen- und Stahlbau.
Neben seinem Beruf bemühte sich unser Bundesbruder Gustav Oelert schon bald nach dem Krieg, die Bundesbrüder — zunächst regional - wieder zusammenzuführen. Er war an der Neugründung des VDSt Hannover und seines Altherrenbundes beteiligt; der Anschluß der Danziger Alten Herren geht auf seine Initiative zurück.
1952, im Alter von 68 Jahren, übernahm Gustav Oelert für vier Jahre das Amt des Vorsitzenden unseres Verbandes. In dieser schwierigen Zeit des Neubeginns bewährten sich seine Gabe, sachgerecht zu organisieren und Verhandlungen überlegen zu leiten. Er führte in der Organisation des Verbandes Aktivitas und Altherrenschaft zusammen und formte so die Idee des Lebensbundprinzips zur Wirklichkeit eines Daches, unter dem Junge und Alte gemeinsam leben und wirken. Als ein Mann des Ausgleichs gewann Gustav Oelert gerade bei den jüngeren Bundesbrüdern ein hohes Ansehen. Mit der ihm eigenen menschlichen Güte wurde er vielen Bundesbrüdern ein väterlicher Freund und Berater.
Als Gustav Oelert 1956 sein Verbandsamt in jüngere Hände legte, wählte die Verbandstagung ihn dankbar zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes. Auch in dieser Eigenschaft nahm er noch starken Anteil an der Verbandsarbeit.
Gustav Oelert starb am 11. Januar 1973, kurz vor der Vollendung seines 89. Lebensjahres also. Wir haben ihm viel zu danken.
Dieter Gutekunst, Verbandsvorsitzender

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