1984 / Heft 6
1984 / Heft 6Gedanken zu einem Vortrag von Hermann Ehlers aus dem Jahre 1953 „Zur ethischen Existenz des evangelischen Politikers der Gegenwart".
Unser Bundesbruder Weert Börner, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, ist Verfasser der maßgeblichen Biographie über Hermann Ehlers. Im folgenden beschäftigt er sich mit der Frage der Politik aus christlicher Verantwortung, so wie Hermann Ehlers dies verstanden hat. Die Frage nach der „ethischen Existenz des evangelischen Politikers" ist heute so aktuell wie vor 30 Jahren.
Achtung vor der Meinung und vor der Arbeit des anderen
Hat das Parlament bei uns die Position erreicht, die es in einer repräsentativen Demokratie —wenn sie ihren Namen mit Recht tragen soll —haben muß? Ist es wirklich schon die Vertretung der im Volk lebendigen Ansichten und verstehen die Staatsbürger ihr Parlament auch in diesem Sinne?
Weiterlesen...Erst ein starkes Parlament gibt dem Staat Autorität
In seiner Trauerrede spricht am 2. November 1954 der amtierende Präsident des Bundestages, Vizepräsident Carlo Schmid, von Hermann Ehlers als von einem Mann, der gewußt habe, „daß die Demokratie, die Herrschaft des Volkes, nur dort ihre Wurzeln fest in das Erdreich der Nation zu setzen vermag, wo sie fordernd und Achtung heischend auftritt.” Diesem Ziel habe der unermüdliche Wille Hermann Ehlers gegolten.
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