Gedankensplitter zum wiedererschienenen Film „Wiedersehen in Howards End“ nach dem Roman von E. M. Forster
Gedankensplitter zum wiedererschienenen Film „Wiedersehen in Howards End“ nach dem Roman von E. M. Forster
Jedes Jahr zur Adventszeit ist es wieder soweit: Moses führt die Israeliten ins gelobte Land, König Salomon fällt sein berühmtes Urteil, Jesus stirbt am Kreuz – und das gleich mehrfach. Monumentalfilme wie „Die zehn Gebote“ (Cecil B. DeMille 1956), „Salomon und die Königin von Saba“ (King Vidor 1959) sowie zahlreiche Werke über das Leben und Wirken des christlichen Heilands bringen biblische Inhalte auf den Fernsehschirm.
Klassiker wiederentdeckt: Der Regisseur Helmut Käutner war über Jahrzehnte eine führende Gestalt des deutschen Films. Mit dem Zeitgeist stand er dabei immer in Konflikt – und lieferte doch Zeugnisse seiner Zeit.

Schon im alten Rom war das machtkonsolidierende Wirkungspotential eindrucksvoll inszenierter Großereignisse bekannt. Doch erst im Zwanzigsten Jahrhundert erreichte die politische Instrumentalisierung von Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen ihren Höhepunkt. Ermöglicht wurde dies durch den gezielten Einsatz der elektronischen Massenmedien. Berlin 1936: Die Olympischen Sommerspiele werden über den Hörfunk live in alle Welt übertragen. Hinzu kommen erste Fernsehsendungen, die in so genannten Fernsehstuben eine frühe Form des Public Viewing ermöglichen. Auch das Kino wird mit Wochenschau-Reportagen in die Berichterstattung eingebunden. Die nationalsozialistische Führung machte sich die weltweite Aufmerksamkeit zunutze: Terror und Repressalien wurden für die Zeit der Spiele eingeschränkt, das ,Dritte Reich‘ präsentierte sich betont friedlich und weltoffen.
Kinostart am 13.08.2009 - Genau ein Jahr wurde Kathryn Bigelows Film über den Alltag eines Sprengmittelräumkommandos der US-Armee am Golf zurückgehalten. Der Aktualität des Themas tut dies jedoch keinen Abbruch. Die Gewalt im Irak scheint sich Mitte 2009 sogar wieder zu verstärken. Fast täglich gehen neue Schreckensmeldungen über Bombenanschläge mit Dutzenden von Todesopfern um die Welt.
Der siebzigjährige Linguistik-Professor Dominic Matei (Tim Roth) muss im Jahr 1938 erkennen, dass er in beiderlei Hinsicht gescheitert ist – sein Lebenswerk über die Entstehung der Sprachen will nicht fertig werden und seine große Liebe Laura (Alexandra Maria Lara) hat ihn schon vor langer Zeit aufgrund seiner Arbeitswut verlassen.
Spektakulär inszenierte Massenaufmärsche, feierliche Fackelumzüge, heldenhaft dargestellte Selbstopferung und infame antisemitische Hetze – das ist das Bild, das lange Zeit hinsichtlich des Films im Nationalsozialismus herrschte und überwiegend noch immer Bestand hat. Ein Großteil der Filmproduktion im so genannten „Dritten Reich“ wird hierbei jedoch übersehen.
Es war einmal ein Junge, der bekam an seinem sechzehnten Geburtstag ein Pferd geschenkt. „Wie wunderbar!“, riefen die Dorfbewohner, doch der alte Zen-Meister antwortete nur: „Wir werden sehen“. Kurz darauf stürzte der Junge herab und brach sich ein Bein. „Welch ein Fluch!“, hörte man die Dorfbewohner klagen, „Wir werden sehen“ entgegnete der Zen-Meister.


