Die Erfolgsgeschichte des Weltnetzes lässt nach den Folgen für Zusammenleben in der realen Welt fragen.
Internet und Neue Medien
Wir Kinder des Internets
Schöne neue Welt
Drei Männer erst hat die junge Miranda in ihrem Leben gesehen, die vereinsamt mit ihrem verbannten Vater auf einer Insel aufwachsen musste. Plötzlich steht ein halbes Dutzend vor ihrer Höhle; Schiffbrüchige, von einem Sturm an Land gespült. Das Mädchen ist begeistert. „O, wonder! / How many goodly creatures are there here! / How beatous mankind is! O brave new world, / That has such people in ‘t!“ Für sie ist das die Rettung; die Fremden stammen aus Italiens Adelsfamilien. Miranda wird mit dem heftig in sie verliebten Prinz von Neapel verheiratet, und Prospero, der Magier, schwört seinen Künsten ab und will in die Zivilisation heimkehren.
Piraten
Als sich vor dreißig Jahren die bundesdeutschen GRÜNEN in Karlsruhe zu einer Partei zusammenschlossen, gab es Stimmen, die einer Partei mit nur einem Anliegen keine lange Dauer prophezeiten: Mit Umweltpolitik allein lasse sich kein Staat machen. Das war auch gar nicht das Anliegen der ersten Grünen. Vielmehr ging es darum, auf Misstände hinzuweisen, gesellschaftliche Fehlentwicklungen von großem Maße. So versuchten die Grünen, die Ausbeutung der Umwelt, die Probleme der Aufrüstung und die nach wie vor bestehende Diskriminierung der Frau zu thematisieren und dadurch Änderungen herbeizuführen. Man mag sich streiten, inwiefern es den GRÜNEN in ihren dreißig Jahren Bestand und nach einigen Jahren Regierungstätigkeit in Bund und Ländern gelungen ist, hier mitzuwirken. Eine Politik wie in den Siebzigern jedenfalls haben wir eindeutig hinter uns, und Umweltschutz, Friedenspolitik und gesellschaftliche Gleichheit findet sich – in unterschiedlichen Ausprägungen – in fast jedem Parteiprogramm Europas.
Die Datenhamster
Deutsche Bahn, Kik, Deutsche Telekom, Lidl, Airbus, Edeka, Postbank, Kabel Deutschland – die Spähskandale bei deutschen Firmen häufen sich: heimliche Videoüberwachung, Abhören von Telefondaten, Krankheitslisten, Konten-Screening, heimliche Hausbesuche, durchsuchte Privatautos. Millionen Datensätze aus umfassenden Listen über Telefonnummern, Adressen, Handy-Positionsdaten, sowie ganze Bewerbungsunterlagen können käuflich erworben werden. Auch staatliche Einrichtungen machen fleißig mit beim Datensammeln. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar entsetzt sich über das „katastrophale“ Datenschutzverständnis der Arbeitsagentur. 15.000 Menschen demonstrierten im Herbst 2007 gegen Aushöhlung der Bürgerrechte und des Datenschutzes. 35.000 klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die 2008 eingeführte Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetverbindungen.

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