Eberhard Straubs Kritik der Werte hat Stärken in der Analyse, aber die Vision der wertfreien Gesellschaft ist weder realistisch noch wünschenswert, meint Johannes Schwarze.Literatur
Die Tyrannei der Werte
Eberhard Straubs Kritik der Werte hat Stärken in der Analyse, aber die Vision der wertfreien Gesellschaft ist weder realistisch noch wünschenswert, meint Johannes Schwarze.Das rechte Maß
Vom Einsiedler-Philosophen Friedrich Nietzsche haben vor allem seine religions- und moralkritischen Spätwerke Eingang ins kollektive Gedächtnis gefunden. Dabei ist seine Frühphase als Kulturphilosoph mindestens genauso erinnernswert und aktueller denn je. Exemplarisch dafür steht sein erstes großes Werk: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik.
„Gesichter des Krieges“: Kontrovers und spannend
In dem 2007 erschienenen Werk „Gesichter des Krieges“ (deutsche Ausgabe 2009, Siedler Verlag) befasst van Creveld sich mit der Entwicklung bewaffneter Konflikte im 20. Jahrhundert. „Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befinden sich die am besten ausgerüsteten, am besten ausgebildeten, finanzkräftigsten und mächtigsten Streitkräfte aller Zeiten im Niedergang.
Der Mensch ist kein Ding
„Manchmal frage ich mich, was wohl schwieriger ist, den Deutschen einen Sinn für Politik oder den Amerikanern auch nur einen leichten Dunst von Philosophie beizubringen.“ Dieses Zitat Hannah Arendts ist bezeichnend für Leben und Werk der 1906 in Hannover geborenen deutschen Jüdin. Aus der Welt der akademischen Philosophie kommend – sie promovierte bei Karl Jaspers und schulte ihr Denken an den bedeutendsten Philosophen ihrer Zeit, unter ihnen Edmund Husserl und ihr zeitweiliger Geliebter Martin Heidegger – wandte sie sich im Laufe ihres Lebens mehr und mehr der Sphäre des Politischen zu. In ihr reifte die Erkenntnis, dass der Mensch primär ein soziales, mit seinen Mitmenschen aufs engste verbundenes Wesen ist, das nur in der Kommunikation mit anderen Menschen zum vollen Menschsein gelangt. Dies eben ist der Bereich des Politischen. „Immer dort, wo es ums Handeln und Sprechen geht, kommt Politik notwendigerweise ins Spiel“, so Hannah Arendt in ihrem Werk „Vita activa“ (erschienen 1958 unter dem amerikanischen Originaltitel „The Human Condition“).
Gibt es einen moralischen Markt ?
Susanne Schmidts Rückblick auf die Finanzkrise gewährt interessante Einblicke in die Welt der Banker, in London und überall auf der Welt.
„Ein Leben zwischen Wissenschaft und Politik“
Johann Gustav Droysen als politisierender Historiker prägte mit anderen Professoren seiner Zunft den Zeitgeist im neunzehnten Jahrhundert. Wilfried Nippel widmet dem Hellenisten und Borussisten eine Biographie – mit Mängeln.
Die Vermessung des Glaubens
Der Autor, Ulrich Schnabel, geb. 1962, studierte Physik und Publizistik, ist Wissenschaftsredakteur der ZEIT. Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Thema Glaube, Meditation und moderne Bewusstseinsforschung. Wie entsteht Glaube, und warum kann er Berge versetzen? Das Buch beinhaltet eine außerordentliche Fülle von Berichten von Wissenschaftlern und deren Forschungsergebnissen sowie von Erlebnissen von Einzelpersonen. Dennoch ist es sehr gut lesbar, teilweise geradezu spannend.
Keene Teppiche gibt’s eens drüber
Bei einer Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung im Jahr 2009 gaben 41% der Befragten in den Neuen Ländern an, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Angesichts solcher Ergebnisse scheint es dringend geboten, die kritische Aufarbeitung der Geschichte der DDR wieder stärker in den Fokus zu rücken. In den meisten Büchern wird dabei der Ansatz gewählt, die wichtigsten historischen Meilensteine darzustellen und das System in seinem strukturellen Aufbau zu charakterisieren. Einen anderen Ansatz verfolgt das von Joachim Klose herausgegebene neue Buch „Wie schmeckte die DDR?“.
Wahrheit ist nicht alles
In einer Folge der Fernsehserie Die Simpsons, die öfter einmal philosophische Anwandlungen hat, entdeckt die kleine Lisa, klügster Kopf der Comic-Familie, dass der legendäre Stadtgründer Jebediah Springfield in Wahrheit ein übler Räuber und Halunke war, der gar George Washington überfiel. Überall trägt sie ihre Entdeckungen vor, in der Schule und vor den Oberen der Stadt, aber niemand will auf sie hören; der Stadtarchivar fälscht gar historische Beweise. Am Ende steigt sie während der großen Jubiläumsparade auf die Bühne, um dem Volk die Wahrheit zu verkünden.
Ökologischer Sozialismus von rechts? Alain de Benoist übt Kritik am Wachstumsdogma
Alain de Benoist, der als Vordenker der französischen Neuen Rechten („Nouvelle Droite“) geltende Publizist und Philosoph, stellt sich in seiner 2009 im Verlag „Junge Freiheit“ erschienenen Schrift gegen das allseits propagierte Wachstumsdogma. Schon im Vorwort formuliert er die These, dass ein „unendliches materielles Wachstum in einer endlichen Welt“ nicht möglich sei und sich die moderne Welt vom „Produktivismus“ verabschieden müsse.
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