Sonntag, 5. Feb 2012

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Besser Schulden in Euro als in wertlosen Drachmen

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Drachme; Bild: gemeinfrei
Sicherlich ist eine Kreditvergabe der Mitgliedsländer der Europäischen Union an Griechenland nicht im Sinne des Erfinders. Dennoch ist eine Kreditvergabe aus ökonomischen Gründen sinnvoll und dient dem Wohle der Europäischen Union als auch dem Euro selbst.

Griechenland muss unter strenger Beobachtung stehen und harte fiskalpolitische Reformen durchsetzen. Diese sind sicherlich nicht beliebt in Griechenland, dennoch zeigt Ministerpräsident Giorgos Papandreou enormen Einsatz, und auch die Kooperation mit der Opposition läuft abgestimmt und zielgerichtet in die richtige Richtung: Haushaltskonsolidierung und Reform der öffentlichen Verwaltungsstruktur.
Dies mag u. U. daran liegen, dass Papandreou und der Oppositionsführer sich ein Zimmer am Amherst College teilten und gut miteinander befreundet sind. Zum anderen wird es wohl auch dem immensen politischen Druck seitens der EU als auch des IWF geschuldet sein.

Es muss aber auch klar sein, dass wir das Geld als langfristige Anlage betrachten müssen. Reformen werden kurzfristig umgesetzt, aber erst langfristig Wirkung erzielen können. Eine Tilgung wird daher vorerst nicht möglich sein. Die Griechenland-Misere ist verbunden mit einer Herabstufung des Ratings der griechischen Staatsanleihen und einer damit einhergehenden Erhöhung des von Investoren verlangten Spreads. Man flüchtet sich in sichere deutsche Staatsanleihen, und wir können uns so günstig refinanzieren wie lange nicht mehr. Griechenland wird den Aufstieg schaffen und wir bekommen unser Geld mit einem Zinsgewinn von 2% zurück. Warum? Die EU kann es sich nicht erlauben, dass ein Mitgliedsland zahlungsunfähig wird. Zum einen würde es für enorme wirtschaftliche, soziale und politische Spannungen im südosteuropäischen Raum sorgen, zum anderen würde man damit ein gefährliches Signal an Investoren aussenden, die Länder wie Portugal zum Spielball der Finanzmärkte machen könnten. Dass dies möglich ist, beweisen die Währungskrisen der ersten und zweiten Generation der 90er Jahre.

Wenn die Griechen aus der Währungsunion austreten würden, dann hat nicht nur der Staat, sondern auch die Wirtschaft massive Probleme, da alle griechischen Verbindlichkeiten nur noch wertlose Drachmen wert sind. Das würde zu einem starken Dämpfer für die konjunkturelle Erholung Europas werden und auf Jahre belasten. Nebenbei wird Griechenland ins wirtschaftliche Mittelalter zurückgeschickt. Die Folgen: Größere Haushaltslöcher und noch mehr Probleme für die Europäische Union. Von der politisch möglichen Instabilität (Stichwort Türkei) ganz zu schweigen. Eine Abwertung des Euro ist auch unkritisch zu sehen, da wir uns immer noch auf einem sehr hohen Kursniveau befinden und eine massive Abwertung aufgrund der Diversifizierung der Euro-Ländern und der sich andeutenden konjunkturellen Erholung nicht zu erwarten ist.

Nebenbei bemerkt: Die griechische Krise wurde nicht durch Spekulanten verursacht. Die BaFin zeigte dies in einer im März veröffentlichten Studie zur Aktivität griechischer Credit Default Swaps.

Fazit: Ein bisschen mehr Kenntnisse volkswirtschaftlicher Zusammenhänge zeigen, eine andere Entscheidung war gar nicht möglich und sinnvoll. Das Zögern Deutschlands war sinnvoll und symbolisiert den mahnenden Finger der Europäischen Union. Wir helfen gerne, aber nur nach unseren Spielregeln. Das wird für die Griechen sicherlich nicht einfach...

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