
Jedes größere Unternehmen hat eine IT-Abteilung; als IT-Fachmann kann man mit verschiedensten Branchen in Kontakt kommen. Über seinen Weg in den Beruf als Informatiker erzählt Patrick Schmiedel.
Aka-Blätter: Zuletzt konnten wir Dich beruflich in der Schweiz antreffen, in Zürich. Was hat Dich dorthin verschlagen?
Patrick Schmiedel: Ein Beratungsprojekt für eine Schweizer Bank. Als IT-Berater ist unsere Firma breit aufgestellt, zu unseren Kunden gehören Automobilbauer, Energieerzeuger und eben auch die Finanzbranche. Das macht das Geschäft relativ krisenresistent, weil man nicht vom Auf und Ab eines einzelnen Wirtschaftszweigs abhängt. Das Engagement bei den Eidgenossen wird übrigens wird länger anhalten, ich wechsele demnächst zur Schweizer Niederlassung.
Wie wird man IT-Berater?
Speziell studiert habe ich das nicht, eigentlich hatte ich lange Zeit auch eher eine Laufbahn als klassischer Software-Entwickler im Blick gehabt. Aber in der Bewerbungsphase nach der Diplomarbeit hat sich dieses Angebot eben als das interessanteste herausgestellt.
Hattest Du viele Bewerbungsgespräche?
Acht oder neun, wobei interessanterweise das erste Angebot am Ende das war, für das ich mich entschied. Die Firma hatte mich aktiv kontaktiert, nachdem ich mich ins Absolventenbuch der Uni eingetragen hatte. Zwischen der Abgabe der Diplomarbeit und der Entscheidung lagen gut zwei Monate.
Worüber hast Du Deine Diplomarbeit geschrieben?
Über die „Entwicklung einer Architektur zur Integration verteilter solarer Daten“. Das Thema ergab sich aus dem Betriebspraktikum, das ich in den USA bei der NASA absolviert hatte, für ein gemeinsames NASA/ESA-Projekt, bei dem es darum ging, Daten von verschiedenen Beobachtungsstationen zu integrieren, in ein gemeinsames Format zu konvertieren und in einer Web-Anwendung zugänglich zu machen. Inhaltlich ging es u. a. um Satellitenfotos zur Beobachtung von Sonnenflecken. Eine weiterentwickelte Version ist übrigens unter http://helioviewer.org/ frei einsehbar.Wie kommt man auf ein solches Thema? Sonnenflecken liegen für Informatiker ja nicht unbedingt nahe …
Wie gesagt, durch das Praktikum. Das ergab sich durch einen persönlichen Kontakt zur ESA.
Haben die Studienfächer dazu gepasst?
Die Vertiefungsrichtungen, u. a. Softwaretechnik und Telematik, würde ich wieder so wählen. Gefehlt hat ein wenig Betriebswirtschaft, wobei das als Nebenfach möglich gewesen wäre. Daneben stand aber auch noch Entrepreneurship zur Wahl, also Unternehmertum, was ich mir dann ausgesucht habe.Welche Tipps würdest Du Studienanfängern aus Deiner Erfahrung heraus geben?
Frühzeitig Praxisorientierung suchen, möglichst bei verschiedenen Arbeitgebern jobben, um einen Einblick zu bekommen und auch mit verschiedenen Anwendungen zu arbeiten. Es ist einfach nützlich, sich mit manchen Dauerbrennern wie SAP auszukennen; nur etwas Java programmieren zu können, ist nach einem Informatikstudium etwas wenig, obwohl es natürlich auch für die theoretische Informatik einen gewissen Markt gibt. Daneben ist natürlich das Netzwerken wichtig, eben über Absolventenbücher, XING und andere Plattformen. Und für die Bewerbungsgespräche ist es immer gut, den eigenen Marktwert realistisch einschätzen zu können. Dazu gibt es meist Erhebungen, wie bei den Informatikern zum Beispiel die c’t-Gehaltsumfrage.
















