Am 17. Mai veranstaltete das Bundesbildungsministerium eine nationale Bolognakonferenz in Berlin und reagierte damit auch auf die Proteste gegen die Bildungsreform. Hunderttausende Studenten und Schüler hatten in den vergangenen Jahren auf vielfältige Weise gegen die Bolognareform und den generellen Zustand im derzeitigen Bildungssystem protestiert.
Hochschule
Viel Lärm um nichts
Der europäische Student
Der Bologna-Prozess sollte die Studiengänge europaweit harmonisieren. Auf den Weg dorthin ist ein Stück zu gehen. Doch nicht nur die Hochschulsysteme liegen weit auseinander. Auch die soziale Zusammensetzung der Studentenschaft und ihre Lebensweise ist in den europäischen Ländern nach wie vor sehr verschieden.
Private Hochschule besetzt Nische auf dem Bildungsmarkt
Das Bild des akademischen Lebens in Deutschland ist sehr stark von der klassischen Universität und ihren traditionellen Studiengängen geprägt, die im Zuge des Bologna-Prozesses gründlich durchreformiert wurden und noch werden. Daneben gibt es jedoch, mit zunehmendem Erfolg, auch über achtzig private Hochschulen, die viele der aktuellen Entwicklungen schon vorweggenommen haben. Ein Beispiel ist die seit 2004 staatlich akkreditierte Hochschule Heidelberg (SRH).
Warum sind Fachhochschulen genauso wichtig?
Seit Monaten gibt es hochschulpolitisch in den deutschen Wochenzeitungen ein wichtiges Thema: Bologna. Die oberitalienische Stadt war Unterzeichnungsort der sogenannten Bolognaerklärung zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums. Obwohl zwischenzeitlich über vierzig Regierungen dem Abkommen beigetreten sind und auch in Deutschland langsam aber sicher die Reform mit Erfolg umgesetzt wird, werden alle Missstände an der deutschen Universität diesem „Effizienzmonster“ zugewiesen.
Sachsen hat bestes Bildungssystem
Was können die Bildungssysteme zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen? Antwort auf diese Frage liefert der Bildungsmonitor 2008 des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft.
Sachsen schneidet in der Studie am besten ab. Danach folgen Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Schlusslichter sind Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und – weit abgeschlagen – Mecklenburg-Vorpommern. Die Studie vergleicht die Bildungssysteme der 16 Bundesländer anhand von über 100 Kriterien.
Bachelor kommt gut an
Studierende, die einen Bachelor anstreben, sind tendenziell zufriedener als ihre Kommilitonen in traditionellen Studiengängen. Die Unterschiede sind nicht dramatisch hoch, aber in vielen Studienbereichen deutlich.
Englisch als globale Wissenschaftssprache
In den Wissenschaften, vor allem in den Naturwissenschaften, ist Englisch heute die weltweit gebrauchte Sprache. Das Deutsche, das sowohl in den Naturwissenschaften wie in den Geisteswissenschaften vom 19. bis in das 20. Jahrhundert (zumindest teilweise) vorherrschende Wissenschaftssprache war, hat diesen Rang inzwischen vollkommen eingebüßt.
Fachhochschule contra Universität?
Das „Behördenmodell Universität“, so wie es sich nach den Bildungsreformen der siebziger Jahre in Deutschland (mit jetzt 16 Wissenschaftsministerien) etabliert und das „Modell Humboldt“ ersetzt hat, scheint an sein Ende gekommen zu sein.
Die Ökonomisierung der Universität
Die Universität wird in Deutschland massiv mit der Forderung konfrontiert, Studienfächer und Forschungsvorhaben nach ihrem Beitrag zur wirtschaftlichen und technischen Innovation auszurichten und sich dadurch zu legitimieren. Gerade die Wirtschaft (Wirtschaftsfunktionäre und Unternehmensberater) und die dem neoliberalen New Speak ergebenen Medien tun sich hier besonders hervor. Ganz im Gegensatz zu den Spitzenuniversitäten in Amerika und England.
Wilhelm von Humboldts Idee der Universität
Am Anfang war das Wort: Bildung durch Wissenschaft / Einheit von Forschung und Lehre. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat Wilhelm von Humboldt die Idee der deutschen Universität (und des deutschen Gymnasiums) formuliert.
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