Freitag, 18. Mai 2012

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Zum Beispiel die Fugger

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Handelsherr und Mäzen: Jakob FuggerWer kennt noch die Fugger? Das Augsburger Kaufmannsgeschlecht, das im Mittelalter zu den Reichsten des Alten Reiches gehörte.
Im Fernhandel haben sie ihr Geld verdient, Silber- und Kupferbergwerke von Ungarn bis Spanien gehörten ihnen; sie finanzierten Kaiser und Könige und waren manchmal fast mächtiger als diese.
sie finanzierten Kaiser und Könige und waren manchmal fast mächtiger als diese. Sie waren auch wohltätig. Sie gründeten eine soziale Stiftung für Arme und Alte und bauten in Augsburg für diese eine Wohnsiedlung. Die Jahresmiete betrug 1 Taler. Die Siedlung besteht noch heute: Die Fuggerei. Sozialer Wohnungsbau vor 500 Jahren!  

Eine Fuggerei der Jetzt-Zeit entsteht in Isny, dem kleinen Städtchen im württembergischen Alpenvorland. Fünfzig Häuser sind es, 200 m2 groß; die Miete: Ein Euro im Monat. Die Bedingungen: Kinderreich müssen die Familien sein, mindesten vier, die Eltern sollen ihre Kinder nach Schulschluss selbst betreuen, die Großeltern sollen mit im Hause leben, und 20 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit im Monat sind verpflichtend. Wer ist das, der es Fugger gleichtun will? Zwei Brüder: Karl und Jakob Immler, Bauunternehmer, die ihr Geld mit dem Bau und der Vermietung von Flachdachhallen verdienen. In Süddeutschland ist der Name bei Banken und Kunden Synonym für Solidität. In Isny sind sie die größten Mäzene. Das vier Millionen Mark teure Schulgebäude haben sie 1999 der Stadt zinslos vorfinanziert. Eine Einmaligkeit in der Schulgeschichte Deutschlands. Nur einen Wunsch hatten sie: In die Wand der neuen Schule haben sie den Satz einmeißeln lassen "Frage nicht, was die Stadt für dich tun kann, sondern was du für die Stadt tun kannst.". Kennedy hat es ähnlich ausgedrückt. Die Stadtverwaltung hat bei der Einweihung diesen Wandspruch zugehängt.

Merke: Ein Dank ist dir niemals gewiss. Für das Gemeinwohl etwas zu tun, das muss dir Befriedigung genug sein. Die Immlers sind Idealisten – sie machen weiter; ihren Geschäftsgewinn investieren sie weiter in gemeinnützige Projekte, in Brunnen, Radwege, Skulpturen. Alles Dinge, für welche der Stadt das Geld fehlt, sagt der Bürgermeister; zu denen die Stadt unfähig ist, weil sie vom Rechnen nichts versteht, sagen die Brüder.

Mäzene können auch unbequem sein. Aber irgendwer, finden sie, muss die Probleme der Gesellschaft anpacken, wenn Staat oder Stadt es nicht schaffen. Ein Radweg, eine Skulptur stehen nicht im Mittelpunkt heutiger Problemfelder. Aber sie setzen Zeichen. Sie zeigen, dass jeder an seinem Platz und in seiner Art beitragen kann zum Wohlergehen der Gesellschaft. Die Demokratie lebt vom freiwilligen Engagement ihrer Bürger. Die Immlers sind gute VDSter.

Wer sich nach dem Studium selbstständig machen will, erfährt Unterstützung von den Gebrüdern Karl und Jakob Immler. Während der Startphase geben sie Geschäftsräume mietfrei ab.
Karl und Jakob Immler,
Aachner Weg 38, 88316 Isny im Allgäu
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Jakob Fugger: Genannt "Der Reiche". Handelsherr, Stifter der Fuggerei, 1511 in den Adelsstand erhoben, 1514 Graf von Kirchberg. Begraben in der Fuggerkapelle bei St. Anna. Er begründete die Weltgeltung der Fuggerschen Handelsgesellschaft durch Beteiligung am Bergbau und finanzierte die Politik Maximilians I. und Karls V.


Weitere Informationen:
Fuggersche Stiftungen, www.fugger.de

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